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Junge Union diskutiert über Arbeitsmarktsituation im nördlichen Rheinland-Pfalz

Koblenz. Auf ihrer vergangenen Vorstandssitzung diskutierten die Mitglieder der Jungen Union im Bezirk Koblenz-Montabaur mit zwei Vertreterinnen der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen über die Arbeitsmarktsituation im Großraum Koblenz und insbesondere die Beschäftigung durch Amazon.
Die Planung des Logistikzentrums von Amazon sei angesichts von rund 13.000 arbeitslosgemeldeten Personen im Bezirk von großer Bedeutung für die Region gewesen.

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Ulrike Mohrs, die Leiterin der Koblenzer Arbeitsagentur sprach von einer frühen Einbindung der Arbeitsagentur seit Beginn der Ansiedlung des Unternehmens im Raum Koblenz. Das damalige Versprechen mittelfristig 1000 unbefristete sowie 2000 befristete Jobs zu schaffen, wurde mit 3.500 im Weihnachtsgeschäft sogar noch überschritten. „Wir sind stolz darauf, so vielen Menschen zu einer Beschäftigung verholfen zu haben. Besonders vor dem Hintergrund, dass unter ihnen viele sind, die zuvor eine sehr lange Zeit arbeitslos waren“, so Mohrs, „es ist wichtig, dass wir hier einen Arbeitgeber haben, der solche, teils auch ungelernte Arbeitskräfte einstellt.“

„Selbstverständlich hat der ARD-Bericht über das Logistikzentrum Bad Hersfeld zu einer verstärkten Beobachtung der Vorgänge bei dem Logistikkonzern geführt, und zwar bundesweit“, konstatierte Mohrs. In Koblenz sei aber der weitaus überwiegende Teil der Arbeitsplätze durch die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter vermittelt worden. Nur ein geringer Anteil wurde durch Zeitarbeitsfirmen besetzt. Körperliche Belastungen seien von Beginn an auf 15 kg beschränkt worden. „Wir bekommen die Rückmeldung von vielen Menschen, dass sie gerne bei Amazon arbeiten.“, ergänzte Natalie Grings, Netzwerkkoordinatorin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Letztlich seien aus Sicht der Arbeitsagentur die Erwartungen im weit überwiegenden Maße erfüllt worden.

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Bei der sich anschließenden Diskussion über die Beschäftigung bei jungen Menschen wünschte sich Mohrs eine Flexibilisierung bei den Berufswünschen. „Es gibt sehr viele interessante Alternativen, wenn der Berufswunsch Nummer eins nicht klappt“, erklärte Grings. Letztlich böten sich enorme Chancen, wenn sich Jungen nicht nur auf den KFZ-Mechatroniker bzw. Mädchen auf Arzthelferin, Friseurin oder Einzelhandelskauffrau festlegen würden.

Entscheidend sei Eigeninitiative zu zeigen. Im Bereich von Gastronomie und Nahrungsmittel seien Auszubildende händeringend gesucht und es böten sich gute Berufschancen.

Zum Ende der Diskussion skizzierte Mohrs ein positives Bild der Arbeitsmarktsituation im Großraum: „Wenn man hier arbeitslos wird, ist es meist kein Schicksalsschlag mehr, ein neues Beschäftigungsverhältnis ist aufgrund der hohen Dynamik meist schnell möglich.“

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Zum Abschluss der Diskussion dankten die Koblenzer JU-Kreisvorsitzende Julia Kübler und der JU-Bezirksvorsitzende David Wollweber den beiden Referentinnen: „Das war ein erfrischender und sehr informativer Vortrag. Wir werden auch künftig weiter den Kontakt mit lokalen Institutionen, Organisationen und Betrieben suchen. Das Thema Arbeit und Ausbildung ist und bleibt, vor allem im Hinblick auf die anstehenden Bundestags- und Kommunalwahlen, auf unserer politischen Agenda.“

Zum Hintergrund: Der Agenturbezirk Koblenz-Mayen umfasst vier Kommunen: Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Koblenz und Cochem-Zell. In ihm leben 506.505 Menschen. Es waren 2012 im Schnitt 13.000 Menschen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 5,0% entspricht.

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